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Fachtagung: Jugend, Sexualität und neue Medien

Mehr als 150 pädagogische Fachkräfte aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich nahmen am Montag, den 28. November 2016 an der Fachtagung „ Jugend, Sexualität und Neue Medien “ teil. Für die im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten abgehaltene Tagung zeichnete sich die Fachstelle NÖ in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule NÖ verantwortlich.

„Pädagoginnen und Pädagogen können in der Schule wertvolle Tipps zur sinnvollen Nutzung des Internets liefern und damit die Eltern entlasten. Unser Ziel muss es sein, Jugendlichen zu lernen, das Angebot im Internet sicher zu erkunden. Sie sollen weder ungewollt zu viel Informationen über sich selbst preisgeben, noch unreflektiert Inhalte für Erwachsene konsumieren“, umriss Landesrat Karl Wilfing in seinen einleitenden Worten die Schwerpunkte der Tagung „ Jugend, Sexualität und Neue Medien “.
Wenn Eltern die Internetnutzung ihrer Kinder thematisieren, wird sich das Gespräch auch um sexuelle Inhalte im Netz drehen. Erziehungsberechtigte können sich dabei schnell überfordert fühlen. Was tun? Wie damit umgehen? „Es braucht einen vernünftigen Umgang mit den Angeboten aus dem Internet. Und den muss man lernen.“, so die Aufforderung von MMag.a Verena Krall, Leiterin der Abteilung Sexualpädagogik der Fachstelle NÖ.

Denn in einem Punkt waren sich die Fachleute bei der Tagung klar: Jugendliche nutzen das Internet ganz selbstverständlich um sich Informationen zu besorgen. Das geht sofort, schnell und einfach. Sie können ohne Scham anonym Fragen in Foren und Chats stellen, können Suchmaschinen wie Google fragen und fühlen sich so geschützt vor dem Bloßgestellt werden durch ihre SchulkollegInnen. Die Antworten, die unsere Jugendlichen im Internet erhalten, sind jedoch oft nur Halbwahrheiten. Daher ist es unumgänglich, „dass Jugendliche Kompetenzen erwerben, um die dargebotenen Inhalte nicht nur zu verstehen, sondern diese auch kritisch zu hinterfragen“, fordert DIin Barbara Buchegger MEd von Safer Internet in ihrem Vortrag.

Bei ihrer Informationssuche stoßen Jugendliche unweigerlich auch auf pornografische Inhalte. Unter dem Deckmantel der Anonymität schauen sie sich diese an. Ob das weitreichende Konsequenzen für die Entwicklung der jungen Menschen haben kann, war Thema des Vortrags „Generation Porno?“ von Mag. Wolfgang Kostenwein vom Institut für Sexualpädagogik Wien. Pornografie wird nach Kostenwein dann keine Bedeutung für junge Menschen haben, wenn sie ihren Körper, ihre Lust und ihre Sehnsucht als Grundlage ihrer sexuellen Handlungen nehmen.

Mit dem Phänomen „Sexting“, also dem Verschicken erotischer Bilder über das Internet auf Smartphones und andere digitale Endgeräte, stand ein weiteres brisantes Thema am Programm. Das Internet ermöglicht den Austausch der Bilder und Videos schnell und unkompliziert, jedoch ist dieser nicht immer von beiden Seiten gewollt. Was aber, wenn der Empfänger oder die Empfängerin die Bildbotschaften als Belästigung empfindet? Wie man Jugendliche unterstützt, um in dieser – für sie peinlichen – Situation richtig zu reagieren, wusste Mag.a Elke Prochazka von SexTalks 2.0 zu berichten.

Materialien und Methoden zu „Jugendsexualität und Internet“ präsentierte abschließend Dipl. Soz.Päd. Sebastian Kempf von pro.familie München. Kempf gab den TeilnehmerInnen wertvolle und praxisnahe Tipps mit auf den Weg und erinnerte daran, dass „das Ziel jeder professionellen Arbeit zum Thema „Jugend, Sexualität und Neue Medien“ der selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Umgang mit Sexualität und Partnerschaft ist, auch abseits der digitalen Welt.“

Programm zum Download:

Programmheft Jugend, Sexualität und Neue Medien   Tagungsprogramm