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Gesundheitsbefragung: Österreichs Bevölkerung fühlt sich gesünder!

 

Am 19. Oktober 2020 wurden Ergebnisse der österreichischen Gesundheitsbefragung 2019 (Austrian Health Interview Survey – ATHIS) präsentiert. Alle fünf Jahre führt die Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMSGPK) diese Befragung durch. Es wurden ca. 15.000 Personen zu ihrem Gesundheitszustand und ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Insgesamt beurteilten fast 75 % der österreichischen Bevölkerung ihren eigenen Gesundheitszustand mit „sehr gut“ oder „gut“ – nur 6,4 % mit „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Im Vergleich zu den vorherigen Befragungen zeichnet sich ein langfristig positiver Trend bei der Beurteilung des subjektiven Gesundheitszustandes ab.

 

Sehr erfreuliche Ergebnisse zum Thema „Nicht-Rauchen“

Der Anteil der täglich Rauchenden ist seit der letzten Befragung 2014 gesunken: von 24,4 % aller Befragten auf 20,7 %. Besonders zu erwähnen ist die Tatsache, dass es erstmals einen Rückgang der täglich rauchenden Frauen gab. Während der Frauenanteil der täglich Rauchenden Anfang der 70er Jahre noch bei knapp zehn Prozent lag, stiegen die Zahlen bis 2014 kontinuierlich an (2014: 22,2 %). In der aktuellen Befragung gaben 17,9 % der befragten Frauen an, täglich zu rauchen. Bei Männern nahm der Anteil derer, die täglich rauchen, über die Zeit hinweg ab und sank von fast 39 % täglich Rauchender im Jahr 1972 auf aktuell 23,7 %.

Die größten Rückgänge bei den täglich Rauchenden gab es in der jüngeren Bevölkerung. Hier sank speziell bei den 25 – 29jährigen Frauen die Raucherinnen-Quote um 13 Prozentpunkte gegenüber 2014, d.h.: Rauchte 2014 noch jede dritte Frau in dieser Altersgruppe, war es 2019 nur noch jede fünfte. Bis zum 60. Lebensjahr gab es bei beiden Geschlechtern auch in allen Altersgruppen einen Rückgang derer, die täglich zur Zigarette griffen.

Bezüglich der Anzahl der konsumierten Zigaretten zeichnet sich ebenfalls ein positiver Trend ab. Im Schnitt rauchten Männer zwar mehr Zigaretten pro Tag als Frauen (17,1 Stück bzw. 13,3 Stück), jedoch nahm die Gesamtzahl der täglich gerauchten Zigaretten insgesamt ab (siehe Tabelle).

 

Befragung

Zigaretten/Tag – Männer

Zigaretten/Tag – Frauen

2006/07

18,5

14,3

2014

17,3

13,6

2019

17,1

13,3

 

 

Auch die „Quitt-Rate“ stieg

Von allen Befragten, die jemals täglich geraucht hatten, hörte mehr als die Hälfte damit auf (Männer: 58,0 %, Frauen: 57,1 %). Mit zunehmendem Alter stieg der Anteil jener Personen, die den täglichen Konsum aufgegeben haben. Ungefähr 12 % der früher täglich Rauchenden reduzierten ihren Zigarettenkonsum und gaben an, nun gelegentlich zu rauchen. Mehr als ein Drittel der täglich Rauchenden wollte im letzten Jahr einen Rauchstopp einlegen, schaffte es aber nicht (Männer: 37 %, Frauen: 35,6 %).

Passivrauchen (secondhand smoke) gefährdet nicht nur Raucher*innen, sondern auch Nicht-Raucher*innen (besonders Kinder, Jugendliche und Schwangere). Mehr als ein Viertel der nichtrauchenden Bevölkerung war 2019 zumindest gelegentlich Tabakrauch in Innenräumen ausgesetzt. Frauen waren seltener betroffen als Männer (Frauen: 21,3 %, Männer: 33,6 %). 6,8 % der Nichtraucher und 5,3 % der Nichtraucherinnen waren sogar täglich einer Passivrauchbelastung ausgesetzt.

Erstmals wurde in der Gesundheitsbefragung nach dem Konsum von E-Zigaretten oder ähnlichen elektronischen Produkten gefragt. Beinahe doppelt so viele Männer wie Frauen gaben an, schon einmal E-Zigaretten oder ähnliche Produkte konsumiert zu haben (Männer: 9,3 %, Frauen: 5,1 %). Über einen derzeit täglichen (gelegentlichen) Konsum berichteten 1,0 % (2,2 %) der Männer und 0,4 % (1,5 %) der Frauen.

 

Zum Thema Alkohol

Im Vergleich zur Befragung 2014 kam es nur zu geringen Verschiebungen in der Häufigkeit des Alkoholkonsums. Tatsache ist, dass es nach wie vor einen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.

 

 

2019 gab rund ein Fünftel der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten niemals Alkohol getrunken zu haben. Frauen waren deutlich häufiger abstinent als Männer (24.3 % bzw. 15,8 %). 84,2 % der Männer und 75,8 % der Frauen gaben an, zumindest einmal im letzten Jahr Alkohol konsumiert zu haben. Der Anteil der Personen, die mehrmals pro Woche Alkohol tranken, lag bei Männern bei 42,9 % und bei Frauen bei 25,2 %. Beim (fast) täglichen Alkoholkonsum lag die Anzahl der Männer fast 3,5 Mal über der Anzahl der Frauen (8,9 % bzw. 2,5 %).

 

Ihre Gesundheit zählt!

Wir als Fachstelle NÖ freuen uns über das gute Gesundheitsempfinden der österreichischen Bevölkerung. Der Rückgang an täglich rauchenden Frauen und Männern, speziell auch in der jüngeren Bevölkerung ist besonders erfreulich. Gerade in Krisenzeiten hat Gesundheit einen wichtigen Stellenwert. Nehmen Sie Kontakt auf, wenn wir Sie unterstützen können. Buchen Sie zum Beispiel unseren Eltern-Vortrag „Übers Rauchen reden“, um den Trend zum Nichtrauchen bei ihren jugendlichen Kindern zu stärken – jetzt übrigens auch online möglich! Oder wenden Sie sich an unseren Partner „rauchfrei.at“, wenn Sie selbst mit dem Rauchen aufhören wollen.

 

Quellen und weiterführende Infos:

Statistik Austria: Österreichische Gesundheitsbefragung 2019 (ATHIS)

Rauchfrei.at: Im November rauchfrei – machen auch Sie mit!