Moti­vie­ren­de Gesprächs­füh­rung ist ein klient*innenzentrierter, koope­ra­ti­ver Bera­tungs­stil, wel­cher von Wil­liam R. Mil­ler und Ste­phen Roll­nick im Rah­men ihrer the­ra­peu­ti­schen Tätig­keit mit sucht­kran­ken Per­so­nen in Groß­bri­tan­ni­en und in den USA ent­wi­ckelt wurde.

Das Ziel die­ses Bera­tungs­sti­les ist die Stär­kung der intrinsi­schen Moti­va­ti­on und die Erhö­hung des eige­nen Enga­ge­ments zur Veränderung.
Wich­ti­ge Ele­men­te in der Moti­vie­ren­den Gesprächs­füh­rung sind der part­ner­schaft­li­che Umgang zwi­schen Klient*in und Berater*in und deren Begeg­nung auf Augen­hö­he. Auf einen gelun­ge­nen Bezie­hungs­auf­bau wird gro­ßer Wert gelegt und in der Bera­tung gilt es, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­blo­cka­den und Dis­so­nan­zen zu vermeiden.

In der Moti­vie­ren­den Gesprächs­füh­rung geht es also nicht dar­um, Klient*innen in eine gewünsch­te Rich­tung zu beein­flus­sen oder sie mit Defi­zi­ten oder Ver­säum­nis­sen zu kon­fron­tie­ren, son­dern um den respekt­vol­len Umgang mit der Per­son und deren ambi­va­len­tem Verhalten.
Die­se Grund­hal­tung ermög­licht es dem*r Berater*in, ambi­va­len­te Struk­tu­ren und Mus­ter sicht­bar zu machen, för­dert die intrinsi­sche Moti­va­ti­on und erhöht Zuver­sicht und per­sön­li­che Ent­schei­dungs­fä­hig­keit der betrof­fe­nen Personen.
Beson­ders wirk­sam zeigt sich die Moti­vie­ren­de Gesprächs­füh­rung in der Arbeit mit – oft­mals wenig ver­än­de­rungs­be­reit erschei­nen­den – abhän­gig­keits­er­krank­ten Men­schen. Die Bera­tung mit die­ser Klient*innengruppe ist gekenn­zeich­net von hoher Ambi­va­lenz der betrof­fe­nen Per­so­nen gegen­über ihrem Kon­sum­ver­hal­ten. Einer­seits gibt es diver­se Grün­de, wel­che für den Kon­sum spre­chen, ande­rer­seits gibt es aber auch gewich­ti­ge Argu­men­te, wel­che dage­gen und für eine gesund­heits­be­wuss­te Ver­än­de­rung spre­chen. Die­se Zwie­späl­tig­keit ist für Klient*innen und Berater*innen eine gro­ße Herausforderung.

Die Wirk­sam­keit die­ses Bera­tungs­sti­les zeigt sich aber nicht nur in Bera­tung und The­ra­pie bei Abhän­gig­keits­er­kran­kun­gen, son­dern auch in ande­ren medi­zi­ni­schen und sozi­al­ar­bei­te­ri­schen Arbeits­fel­dern und in vie­len Berei­chen des Pfle­ge- und Gesund­heits­be­rei­ches (z. B. Ernäh­rungs­be­ra­tung, Rehabilitation, …).

Zie­le
Das Semi­nar ver­mit­telt die Metho­de der Moti­vie­ren­den Gesprächs­füh­rung, wel­che Professionist*innen dabei unter­stützt, Bera­tungs­ge­sprä­che mit ambi­va­len­ten Klient*innen gezielt für Inter­ven­tio­nen zu nutzen.

  • Movin´- Berater*innen pas­sen ihre Unter­stüt­zungs­maß­nah­men dem jewei­li­gen Zustands­bild bzw. der jewei­li­gen Pha­se im Ver­än­de­rungs­pro­zess der*s Klient*in an.
  • Movin´ regt bei Klient*innen ein Nach­den­ken über das bestehen­de Kon­sum­ver­hal­ten an.
  • Movin´ macht Ambi­va­lenz sicht­bar und hilft, die­se aufzulösen.
  • Movin´ stärkt die intrinsi­sche Moti­va­ti­on zur Veränderung.

Die Teilnehmer*innen erhal­ten einen kla­ren Leit­fa­den und ent­spre­chen­de Tech­ni­ken für die Arbeit mit wenig moti­vier­ten und wenig ver­än­de­rungs­be­reit erschei­nen­den Personen.

Inhal­te

  • Prin­zi­pi­en der Moti­vie­ren­den Gesprächsführung
  • Die vier grund­le­gen­den Pro­zes­se der Moti­vie­ren­den Gesprächsführung
  • Äuße­run­gen der Eigen­mo­ti­va­ti­on her­vor­ru­fen – Chan­ge Talk
  • Ände­rungs­zu­ver­sicht stär­ken – Con­fi­dence Talk
  • Wider­stands­phä­no­men – Sus­tain Talk und Dissonanz

Ablauf
Die Inhal­te der Fort­bil­dung wer­den in Theo­rie und Pra­xis ver­mit­telt. Anhand kon­kre­ter Situa­tio­nen wird die Umset­zung die­ses koope­ra­ti­ven Bera­tungs­sti­les in die Berufs­pra­xis erprobt und geübt.

Ziel­grup­pe
Ziel­grup­pe die­ses Semi­nars sind Per­so­nen aus dem Sozi­al- und Gesund­heits­be­reich, wie zum Bei­spiel Ärzt*innen, Psycholog*innen, Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Hebammen.

Movin´ wird von diver­sen Berufs­ver­bän­den (DFP, ÖAP) als Fort­bil­dung anerkannt.

Ter­mi­ne

  1. Ter­min
    13.12.2021                        09:00–17:00
    14.12.2021                        09:00–16:00
  2. Ter­min
    18.01.2022                        09:00–17:00

Kos­ten
€250.- pro Person

Ver­an­stal­tungs­ort
Sport­zen­trum NÖ
Semi­nar­raum Olympia
Dr. Adolf Schärf-Stra­ße 25
3100 St. Pölten

TRAI­NE­RIN­NEN
Son­der- und Heil­päd­ago­gin, Mas­ter of Sci­ence Sozi­al­ma­nage­ment, Psy­cho­the­ra­peu­tin in Aus­bil­dung unter Super­vi­si­on, Trai­ne­rin f. Moti­va­tio­nal Interviewing.
Lang­jäh­ri­ge Erfah­rung in der nie­der­schwel­li­gen Jugend- und Sucht­ar­beit und im Bereich der Sucht­vor­beu­gung. Mehr­jäh­ri­ge Tätig­keit als exter­ne Leh­ren­de am FH Cam­pus Wien, Depar­te­ment Soziales
Ärz­tin für All­ge­mein­me­di­zin und Homöo­pa­thie, Psy­cho­the­ra­peu­tin, Qi Gong Leh­re­rin, seit 1995 im Bereich der Sucht­the­ra­pie und Sucht­vor­beu­gung tätig.

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Pro­jekt­lei­tung Jugendarbeit

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