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CC0 expresswriters - pixabay.com

Wir lesen es über­all, wir hören es von ande­ren und wir spü­ren es deut­lich: die Welt steht Kopf. Unse­re unter­schied­li­chen Rol­len kön­nen nicht mehr in schön zu ver­ar­bei­ten­de Stück­chen auf­ge­teilt wer­den: plötz­lich sind wir von früh bis spät Eltern­teil, Partner*in, Freund*in und gleich­zei­tig im Home Office oder wer­den als Hilfs-Lehrer*innen gebraucht. Frü­her oder spä­ter kann das nicht ganz so gut funk­tio­nie­ren, wie es man­che von uns viel­leicht gehofft haben. Klein­kin­der wol­len bespielt wer­den, die Grö­ße­ren brau­chen Hil­fe beim Ler­nen, und Teen­ager müs­sen ent­we­der vom Com­pu­ter­spie­len oder Tref­fen mit Freund*innen abge­hal­ten wer­den. Die Arbeit ver­langt den übli­chen Out­put und aus­rei­chend Bewe­gung mit gesun­der Ernäh­rung soll­te auch sein. Dazu kommt die Angst vor Ver­lust des Jobs oder die­ser hat bereits statt­ge­fun­den: unse­re Arbeit, die Men­schen die uns nahe ste­hen, Nor­ma­li­tät – all das ist (auch wenn nur vor­über­ge­hend) nicht mehr selbstverständlich.

Doch gera­de in einer Zeit, in der alles Kopf steht, Arbeit und Frei-Zeit ver­mischt wird und poten­zi­ell alles 24 Stun­den am Tag gemacht wer­den kann, ist es wich­tig, ab und an zu „ent­schleu­ni­gen“ – also Tem­po rauszunehmen.

Dabei hilft das Ent­schei­den nach Wer­tig­kei­ten und Fra­gen, die ich mir selbst stel­len kann: „Was wür­de mir heu­te Gut tun?“ oder „Was ist im Moment wirk­lich wichtig?“.

Nach der Kri­se wird die psy­chi­sche Gesund­heit wich­ti­ger sein als die aka­de­mi­schen Fer­tig­kei­ten. Was Kin­der jetzt wirk­lich brau­chen ist, sich wohl und geliebt zu füh­len und dar­an zu glau­ben, dass alles gut wird. Kin­der haben genau­so viel Angst wie wir, sie kön­nen die­se nur nicht so aus­drü­cken. Des­halb ist es so wich­tig, es wie Balu der Bär ein­mal mit Gemüt­lich­keit zu pro­bie­ren! Las­sen Sie Ihr Kind auch mal aus­schla­fen (stärkt das Immun­sys­tem und nimmt Druck); reden Sie mit ihm, wor­an es arbei­ten möch­te (för­dert die Selbst­be­stimmt­heit); oder lie­gen sie gemein­sam auf der Couch und tun Sie nichts. Der acht­sa­me Umgang mit sich selbst schützt davor, stän­dig gegen eige­ne Bedürf­nis­se zu arbei­ten und damit eine dro­hen­de Über­las­tung zu über­se­hen. Acht­sam zu sein bedeu­tet genau das zu tun, was man jetzt tut, in Gedan­ken weder einen Schritt vor­aus noch einen Schritt zurück zu sein, nicht zu fra­gen, was rich­tig oder falsch, gut oder schlecht ist, son­dern ein­fach nur zu sein.

Obwohl die Arbeit getan wer­den muss und die Schu­le online wei­ter­läuft – die eige­ne Für­sor­ge soll­te jetzt trotz­dem an ers­ter Stel­le ste­hen. Es ist ein kol­lek­ti­ves Trau­ma, dass wir im Moment erle­ben, und für die Ver­ar­bei­tung braucht es Zeit und Ruhe.

Die gera­de jetzt so wich­ti­ge Selbst­für­sor­ge kann aber für jeden etwas ande­res bedeu­ten. Es kann bedeu­ten, end­lich Din­ge machen, für die schon lan­ge kei­ne Zeit mehr war, oder auf der Couch zu ras­ten und (gemein­sam) fern­zu­se­hen. Es kann man­chen Gut tun, ein täg­li­ches Work­out aus­zu­füh­ren und ande­ren hilft es, im Pyja­ma zu blei­ben. Sich gesund und aus­ge­wo­gen zu ernäh­ren hilft vie­len Men­schen, ande­re brau­chen jetzt viel­leicht, sich auch ein­mal Din­ge zu gön­nen, die man sich sonst viel­leicht nicht erlaubt.

Zu einem gesun­den Umgang mit sich selbst gehört auch,

  • sich selbst Aner­ken­nung auszusprechen
  • den Aus­tausch mit ande­ren zu suchen
  • Die Arbeit von der Frei­zeit abzu­gren­zen: Ver­ord­nen Sie sich selbst han­dy- oder lap­topfreie Zei­ten und Zonen; defi­nie­ren Sie off­line-Zei­ten für jeden Tag; fra­gen Sie Emails nur zu bestimm­ten Zei­ten ab
  • Pla­nen Sie Genuss-Momen­te! Was könn­ten Sie heu­te genie­ßen? Was wür­de Ihnen mor­gen spe­zi­el­le Freu­de bereiten?

Doch natür­lich muss auch die Arbeit gemacht wer­den: Gren­zen Sie sich dafür wie­der­um von der Frei­zeit ab! Set­zen Sie Kopf­hö­rer auf, machen Sie wenn mög­lich die Türe zu – das zeigt: Ich will jetzt nicht gestört wer­den (von meiner*meinem Partner*in, von den Kin­dern, …). Klei­ne Kin­der wer­den das frei­lich nicht ver­ste­hen; sie brau­chen Zuwen­dung und Beschäf­ti­gung. Viel­leicht kön­nen Sie sich mit ihrer*ihrem Partner*in abspre­chen. Wenn Sie allei­ne sind, ver­zich­ten Sie auf das schlech­te Gewis­sen, wenn Sie als Ablen­kung für Ihr Kind vor­über­ge­hend den Fern­se­her oder das Tablet ein­set­zen. Es ist eine Aus­nah­me­si­tua­ti­on. Stress ist lebens­not­wen­dig und unver­meid­bar. Erst wenn die Stress-Belas­tung zu lan­ge anhält und kei­ne Erho­lung statt­fin­den kann, kommt es zu gesund­heit­li­chen Pro­ble­men und kann dazu füh­ren, dass wir auf ungüns­ti­ge Mecha­nis­men zurück­grei­fen: der Griff zur Ziga­ret­te oder zum Alko­hol soll dann ver­meint­lich die erhoff­te Ent­span­nung brin­gen. Des­halb, auch wenn es gera­de unmög­lich erscheint, rich­ten Sie sich Aus­zei­ten ein – tun Sie, was Ihnen Spaß und Freu­de berei­tet und vor allem: brin­gen Sie Genuss in Ihren Alltag.

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