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Trotz Lockdown das Leben suchtfrei gestalten

Das Corona-Virus beschäftigt uns alle weiterhin sehr!
Zu Beginn des zweiten Lockdowns in diesem Jahr haben wir Ihnen hier Anregungen zusammengefasst, wie man trotz Einschränkungen des persönlichen Lebens gut durch den Alltag kommt. Woher man fundierte Informationen beziehen kann. Und wie der Konsum von Suchtmitteln in diesen Zeiten nicht überhandnimmt.

 

Umschalten auf Notbetrieb
Dies ist vermutlich bei allen schon passiert. War es zuerst notwendig Grundbedürfnisse abzusichern, also etwa Nahrungsmittel, Medikamente oder Hygieneartikel in ausreichendem Maß daheim zu haben und die Abklärung der beruflichen Tätigkeit mit der*dem Arbeitgeber*in, so geht es in einem nächsten Schritt darum, sich mit der aktuellen Situation daheim auseinander zu setzen.
Die aktuelle Krise belastet alle Menschen, ist fordernd und beängstigend. Vielleicht könnte der eine oder die andere versuchen diese Belastung durch erhöhten Konsum von z.B. Alkohol, Medikamente, Cannabis etc. zu lindern. Es ist klar, dass dies keine passenden Problemlösungsmechanismen sind. Doch was sind nun konkrete Handlungsmöglichkeiten, um suchtfrei durch diese Ausnahmesituation zu kommen?

 

Struktur gibt Sicherheit.
Überlegen Sie, wie sie ihren Tag gestalten. Was machen sie morgens, vormittags, nachmittags und abends? Behalten Sie Routinen und Rituale bei, z.B. das gemeinsame Frühstück mit der Familie (im selben Haushalt), anschließend eine Arbeits-/Lerneinheit (Schulkinder können den Stundenplan aus der Schule auch zuhause umsetzen), vor dem Mittagessen gemeinsames Kochen. Vielleicht besitzen Sie einen Garten, in welchem Sie nachmittags ein wenig Zeit verbringen können. Gewohnte Schlafens-, Essens- Arbeits-/Lernzeiten geben Sicherheit, auch für Kinder und Jugendliche.

 

Soziale Kontakte pflegen.
Überlegen Sie sich mit welchen Menschen Sie in Kontakt bleiben wollen, wer ist ihnen wichtig? Familie, Freund*innen und Nachbar*innen können via Telefon, Chat, Video-Telefonie, soziale Nachrichtendienste kontaktiert werden. Reden Sie über Dinge, die Sie belasten. Reden Sie vor allem auch mit ihren Kindern über die aktuelle Situation. Reden schafft Klarheit, Verbundenheit und reduziert Ängste. Grübeln Sie aber nicht ständig über die negativen Auswirkungen der Corona-Krise. Machen Sie stattdessen etwas, das ihnen gut tut! Manche Menschen lesen, malen, backen, musizieren oder kochen gerne. Machen Sie Pläne für Aktivitäten nach der „Corona-Zeit“.

 

Bewegen sie sich!
Bewegung hat positive Effekte auf die Psyche. Es gibt viele Anleitungsvideos im Internet, die man bequem von zu Hause aus anschauen kann – selber bewegen nicht vergessen 😉 Wenn es möglich ist, gehen Sie eine Runde durch ihren Garten und tanken dabei frische Luft und Energie.

 

Konsumieren Sie Medien – gezielt und bewusst!
Gönnen Sie sich und ihren Kindern Zeit mit Medien (Film, YouTube, online-Spiele, etc.) Definieren Sie dafür eine Dauer und achten Sie darauf, anschließend auch wieder ganz bewusst abzudrehen und einer anderen Beschäftigung nachzugehen.

 

News und Fake-News
Gestalten Sie die Informationsaufnahme hinsichtlich der Entwicklungen zur Corona-Krise bewusst. Links zu guten Infoseiten finden Sie ganz unten.
Derzeit kursieren viele Falschinformationen in sozialen Netzwerken. Vermeiden Sie alles lesen zu wollen. Die ständig auf uns einprasselnden Nachrichten belasten, auch wenn sie von seriösen Quellen stammen. Nehmen Sie sich bewusst eine Auszeit von den Medien!

 

Tun Sie Dinge, die Sie immer schon tun wollten!
Beginnen Sie ein Projekt, machen Sie einen Wohnungsputz, sortieren Sie Dinge aus, ordnen Sie um etc. Planen Sie ihre Handlungen, das gibt Struktur und verstärkt das Gefühl von Kontrolle.

 

Hilfsangebote
Wenn ihnen trotzdem die Decke auf den Kopf fällt oder Sie das Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit oder unkontrollierbarer Angst verspüren, so scheuen Sie sich nicht telefonische oder Online-Hilfsangebote wahrzunehmen. Hier stehen ihnen zum Beispiel die Kummer-Nummer (116 123), Rat auf Draht (147) oder die Telefonseelsorge (142) zur Verfügung.

Isolation führt zu erhöhten Stressreaktionen. Vermehrte häusliche Gewalt kann eine Folge sein. Auch hier gilt: nutzen Sie die Hilfsangebote! Beispielsweise das NÖ Krisentelefon unter 0800 20 20 16 oder das NÖ Frauentelefon unter 0800 800 810.

Suchtmittel-Konsum in Grenzen halten
Wenn Sie bemerken, dass Sie oder ein Familienmitglied häufiger konsumieren als üblich (sei es nun Alkohol, Nikotin, Cannabis, Medikamente oder andere Substanzen) oder in einer „Parallelwelt versinken“ (z.B. durch übermäßigen Medienkonsum oder beim Online-Glücksspiel), dann wenden Sie sich telefonisch an eine der niederösterreichischen Suchtberatungen.

 

Präventionsangebote
Die Fachstelle NÖ bietet eine Reihe von Angeboten, welche exakt die nun von allen Seiten empfohlenen Maßnahmen für den Alltag in den Fokus rücken. „Gemeinsam stark werden“, „plus“ und viele andere Angebote können über die Homepage der Fachstelle NÖ gebucht werden.

Die Situation wird vorüber gehen!
Denken Sie daran – die Erkrankungswelle wird vorüber gehen! Verringern Sie ihr persönliches Risiko zu erkranken, denken Sie auch an Aktivitäten, die Sie zukünftig durchführen wollen.

Alles Gute!

 

Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol

Wie spreche ich mit meinem Kind über die Coronakrise?

Ein kurzes Video für Kinder über das Coronavirus

Aktuelle Informationen des Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Information zu Falschmeldungen auf Mimikama

Informationen zum Virus in leichter Sprache