CC0 Kranich17 - pixabay.com

Die wah­re Lie­be – viel beweint in Lied­tex­ten, roman­ti­siert in Lie­bes­fil­men, aus­ge­schlach­tet von der Wer­be­in­dus­trie, Dau­er­bren­ner in der Psy­cho­the­ra­pie. Das schöns­te Gefühl der Welt, von him­mel­hoch­jauch­zend bis hin zu Tode betrübt. Okay, das klingt jetzt viel­leicht all­zu dramatisch.

Fakt ist, dass sich die meis­ten Men­schen vie­le Gedan­ken dar­über machen, wie eine Lie­bes­be­zie­hung aus­zu­se­hen hat. Treue bis dass der Tod uns schei­det – oder doch lie­ber eine offe­ne Beziehung?

Men­schen fin­den unter­schied­li­che Ant­wor­ten auf die Fra­ge, wie sie ihr Lie­bes­le­ben und ihre Bezie­hun­gen gestal­ten möch­ten. Alles kann, aber nichts muss sein! Lie­be ist ein gro­ßes – und somit auch ein sehr viel­fäl­ti­ges Gefühl! Es ist wich­tig zu wis­sen: es gibt beim The­ma Lie­be kein rich­tig oder falsch, kein bes­ser oder schlech­ter. Jede*r kann und muss selbst für sich her­aus­fin­den, was am bes­ten zu einer*einem passt. Die einen bevor­zu­gen mono­ga­me Part­ner­schaf­ten, ande­re wie­der­um fin­den ihr Glück in Poly­amo­rie. Gren­zen in der Lie­be? Die gibt es nur dann, wenn Sie sie selbst bestim­men. Wir haben hier die Viel­falt an Bezie­hungs­for­men zusammengefasst:

Mono­ga­mie
Mono­ga­mie bedeu­tet, dass zwei Men­schen eine exklu­si­ve Bezie­hung füh­ren, deren Basis die gegen­sei­ti­ge Treue dar­stellt. Die­se allei­ni­ge Ver­bin­dung mit einer*einem Partner*in kann durch eine Ehe­schlie­ßung besie­gelt wer­den – das muss sie aber natür­lich nicht.

Poly­amo­rie
Men­schen, wel­che sich als poly­amou­rös bezeich­nen, kön­nen sich gleich­zei­tig in mehr als eine Per­son ver­lie­ben und sexu­el­le Bezie­hun­gen pfle­gen. Bei die­ser Bezie­hungs­form ist es wich­tig, dass alle betei­lig­ten Per­so­nen davon wis­sen und mit dem Arran­ge­ment ein­ver­stan­den sind.

Ming­le
Ming­le ist eine rela­tiv neue Wort­schöp­fung, die aber schon in aller Mun­de ist. Sie setzt sich zusam­men aus „mixed“ und „Sin­gle“. Wer sich als Ming­le bezeich­net, ist offi­zi­ell Sin­gle – lebt aber auf eine gewis­se Wei­se wie ein Pär­chen. Man trifft sich, geht mit­ein­an­der aus, hat Sex mit­ein­an­der, mag sich – aber ist trotz­dem kein offi­zi­el­les Paar. Es ist irgend­wie nichts Hal­bes und nichts Gan­zes, und die betei­lig­ten Per­so­nen genie­ßen eine gute Por­ti­on Unverbindlichkeit.

Living apart tog­e­ther
Men­schen, die zu den soge­nann­ten LAT-Paa­ren gehö­ren, leben zwar in einer fes­ten Bezie­hung, füh­ren aber getrenn­te Haus­hal­te. Oft ergibt sich die­se Bezie­hungs­va­ri­an­te aus einer Not­wen­dig­keit, z.B. wenn die jewei­li­gen Arbeits­plät­ze weit ent­fernt lie­gen. Immer mehr Paa­re ent­schei­den sich jedoch auch bewusst für die­se Art der Bezie­hung, da sie die räum­li­che Distanz brau­chen und genie­ßen, um sich in einer Bezie­hung wohl zu fühlen.

Sicher­lich gibt es noch wei­te­re For­men von Bezie­hungs­ty­pen. Wich­tig ist, dass eine mög­lichst schö­ne und ehr­li­che Bezie­hung für alle Betei­lig­ten im Vor­der­grund steht. Alle Partner*innen soll­ten von­ein­an­der wis­sen, wel­che Anfor­de­run­gen, Wün­sche und Prio­ri­tä­ten jede*r Ein­zel­ne an die Part­ner­schaft stellt.  Und da sich die­se Ansich­ten und Ein­stel­lun­gen auch immer wie­der ändern kön­nen, macht es durch­aus Sinn, sich hin und wie­der zusam­men­zu­set­zen und sich dar­über aus­zu­tau­schen. Viel Spaß dabei!


AUTORIN
Pro­jekt­lei­tung Sexualpädagogik

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